Nachfertigungsaktion 11: "Nockenwellenräder"

Nachfertigungen, was gibt es wo, was passt von anderen Fahrzeugen
Uwe-Peter
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Nachfertigungsaktion 11: "Nockenwellenräder"

Beitragvon Uwe-Peter » So 7. Jun 2015, 09:42

Liebe Arabella-Freunde,

wie bei unserem Jahrestreffen in Wietzendorf angekündigt, startet heute unsere Nachfertigungsaktion für Nockenwellenräder.

Im Vorfeld dieser Aktion gab es eine Reihe von "Meldungen", daß es Probleme mit diesem Nockenwellenrad gegeben habe und dies an der Qualität desselben liege. Die entsprechende Nachfertigungsaktion 01 aus dem Jahre 2010 umfaßte damals 39 Stück, von denen mittlerweile annähernd die Hälfte verbaut wurde. Bis auf diese eine Meldung aus dem Norden haben wir nur positive Rückmeldungen, zumal das Gros dieser Räder bereits seit 2010/2011 klaglos ihren Dienst tun.

Technik
Die Nockenwellenräder dieser Aktion sind aufgrund der guten Erfahrungen bauidentisch mit denen der ersten Nachfertigungsaktion und bestehen aus hochbelastbarem Polyazetal. In Bezug auf die Montage dieses Rades haben wir allerdings eine Anpassung vorgenommen und den Liefersatz folgendermaßen ergänzt:
    Druckscheibe für eine erleichterte Zentrierung und bessere Druckverteilung
    Schrauben und Muttern der Qualität 12.9 bzw 12
    Nordlocksicherungsscheiben für eine zusätzliche chemie- und kunststofffreie Sicherung der Schrauben
Wir bieten das Nockenwellenrad nur als Komplettsatz an, weil wir nur so eine fachgerechte und sichere Montage gewährleisten können. Für Besitzer von Nockenwellenrädern aus der ersten Nachfertigungsaktion bieten wir den Befestigungssatz separat an.

Montage
Wie bei allen Arbeiten am Motor ist natürlich eine angemessene Sorgfalt sowohl in Bezug auf die Beurteilung der Weiterverwendungfähigkeit von vorhandenen Bauteilen als auch der Montage selbst angesagt. Falls hier Unsicherheiten aufkommen oder Erfahrungsaustausch benötigt wird, kann ich nur auf unser Forum verweisen - "Hier wird Ihnen geholfen" ;)

Arbeitsschritte der Montage
    Reinigen und Überprüfen der Nockenwelle und des Gegenrades auf Verschleiß mit ggf. Überarbeitung oder Tausch
    Fixieren des Komplettsatzes auf der Nockenwelle, Reihenfolge
    Ansetzen der Schrauben von der Innenseite der Nockenwelle in die Schraubenlöcher
    Ansetzen des Nockenwellenrades auf die eingeführten Schrauben
    Ansetzen der Druckscheibe (Richtung ist egal)
    Ansetzen der Nordlocksicherungsscheiben
    Ansetzen der Muttern
    Zentrieren des Nockenwellenrades, indem dieses von oben mittels Daumendruck auf die Druckscheibe Richtung Platte der Nockenwelle gedrückt wird
    Über-Kreuz-Anziehen der Muttern (handfest)
    Über-Kreuz-Festziehen der Muttern mit 16,5 NM (dieser Wert liegt weit höher als der ursprünglich durch Aufnieten erreichte)

Nach der Montage
Es ist völlig normal, daß sich nach Arbeiten am Motor die neuen Bauteile erst einlaufen müssen und sich Rückstände wie z.B. Dichtmasse im Betrieb lösen. Zumal die meisten unserer Schätzchen über keinen Ölfilter verfügen, empfehlen wir einen Ölwechsel nach 200 Kilometern.

Anmerkung
Wenn sich Fragen bei der Montage ergeben oder Unterstützung benötigt wird, bitte erst fragen oder Hilfe hier im Forum suchen und dann montieren.
Wir sind eine sehr engagierte Interessengemeinschaft und mit größter Sorgfalt unterwegs, wenn es um Nachfertigungen geht, für die Ihr gutes Geld bezahlen müßt. Erst wenn wir absolut sicher sind, daß das was wir Euch anbieten wollen höchsten Ansprüchen gerecht wird, schreiten wir zur Nachfertigung.
Solltet Ihr dennoch einmal technische Probleme haben, die Ihr glaubt auf mangelnde Qualität unserer Nachfertigungen zurückführen zu können, sprecht bitte zuerst mit uns, damit wir dieses Problem analysieren und beheben können. Es ist gelinde gesagt zumindest schlechter Stil, Mutmaßungen in die Welt zu streuen und den angeblichen Verursacher nicht einmal zu informieren und zu Worte kommen zu lassen. ;)

Nun hoffe ich auf regen Zuspruch :)


Liebe Grüße

Uwe

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Letzter Fuffziger
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Re: Nachfertigungsaktion 11: "Nockenwellenräder"

Beitragvon Letzter Fuffziger » So 7. Jun 2015, 15:19

.
Anleitung zum Zeit sparenden Wechsel eines Nockenwellenrads

Die Beschreibung für die einzelnen Arbeitsschritte findet sich im Reparaturhandbuch.
Dieser Weg ist nur sinnvoll, wenn eine Totalrevision nicht nötig ist.

- Am ausgebauten Motor Kupplung und Schwungscheibe abbauen (dahinter Verbindungsschrauben für die Gehäusehälften)
- Riemenscheibe abziehen (dito.)
- Lichtmaschine, Vergaserbrücke und Auspuffkrümmer demontieren
- Kopf auf der Lichtmaschinenseite abbauen
- Stellung der Laufbüchsen im Block mit wasserfestem Stift markieren, Kolben von den Pleueln trennen, Laufbüchsen entnehmen möglichst ohne die Fußdichtungen zu beschädigen.
Sollte an dieser Stelle Verschleiß an Kolben/ Kolbennuten/ Kolbenringen/ Laufbüchsen oder den Pleuellagern außerhalb der Toleranz
festgestellt werden, eine spätere oder sofortige Totalzerlegung/ Revision vorsehen.

- Gehäuse mit dem Kopf der Verteiler-Seite nach unten drehen, Hälften voneinander lösen, die Lichtmaschinen-Seite abheben. Dabei auf Stößeltassen und -stangen achten.
- Nockenwelle herausnehmen
- Ersatz des Nockenwellenrades

Der Zusammenbau geschieht nach peinlicher Reinigung der Gehäusedichtflächen (Zylinderfuß!)und der Flächen am Zylinderkopf
(kein "Kratzen", keine mechanische Einwirkung, keine Partikel ins Gehäuse!!) in sinngemäß umgekehrter Reihenfolge.

Benötigte Neuteile sind
- Dichtmasse für die Gehäusefuge
- O-Ringe ("Rundschnurringe") für die Nockenwellen-Deckel
- eine Kopfdichtung (immer ohne zusätzliche Dichtmittel montieren, die Flächen müssen so gut sein, dass sich Dichtigkeit durch die vorgeschriebene Pressung ergibt)
und je nach Verschleiß
- Wellendichtringe Kurbelwelle vorn und hinten
- Zylinderfußdichtungen gleicher Stärke, wenn beschädigt oder korrodiert
- Dichtungen für Anbauteile (Brücke)
Was ich anfange, bringe ich auch zue


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