12V Anhänger an 6V Fahrzeug kein Problem

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Letzter Fuffziger
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12V Anhänger an 6V Fahrzeug kein Problem

Beitragvon Letzter Fuffziger » Sa 23. Jul 2016, 14:13

Cari Arabellisti,

diesen Beitrag bitte ich als historisch und überholt anzusehen. Bitte von ähnlichen Maßnahmen absehen! Grund:
in der Autoelektrik kommen Spannungsspitzen bis über 100 V vor, va. Anlauf u. Anhalten von Anlasser, Scheibenwischer, Gebläse und bei schlechten Kontaktschlüssen. Die grillen jedes Bauteil schneller als einfache Schutzschaltungen reagieren können. Moderne Autoelektronik ist aufwendig gegen diese Störungen gesichert. Das ist finanziell im Privaten nicht zu leisten.
Da es sich bei Beleuchtung um sicherheitsrelevante Teile handelt (die zudem eine Bauteilzulassung benötigen), ist von Bastellösungen allgemein abzuraten.


wer in Dahn war, konnte bereits erleben, wie ein Dethleffs Camper an der Arabella so aussieht. Das Wägelchen hat, wie praktisch alle Hänger auch schon zu der Zeit, eine 12V Beleuchtung. Aus zwei Gründen wollte ich es dabei belassen:
1. der Anhänger soll auch mit modernen Autos (Bringen und Holen aus dem Dauerlager) bewegt werden können.
2. die Weiterführung der 6V-Versorgung bis zum Hänger-Ende hat sich als extrem funzelig erwiesen (Querschnitte?)- trotz vernünftiger Beleuchtung an der Ara hinten.

Die Schritte der Lösung:
Fette Versorgungsleitung über separate Sicherung direkt von einer Klemme mit Batteriestrom legen
DC/DC-Konverter 6V auf 12 V installieren. Dessen Sicherung liegt nach dem Schalter am Modul (vgl. u.), deshalb die Sicherung in der Zuleitung.
Die Zuleitung des Konverters schalten und die 12V Rückleitung auf die Anschlüsse der Kupplungdose über den Kupplungs-Kabelbaum aufschalten - diese Vorgänge erledigt ein Schaltmodul.
Die Verlängerungen der Rücklicht-Leitungen nicht mehr direkt zur Kupplungsdose führen, sie dienen jetzt als Steuerleitungen für das Modul.

Die Schaltung war noch in Dahn auf Relais-Basis aufgebaut. Nachdem bis zur Rückkehr daheim 2 Kanäle ihren Dienst eingestellt hatten, musste die Version einer elektronischen auf der Basis von MOSFETs weichen.
Unterdessen hat das Schaltmodul etliche Fahrten absolviert und funktioniert absolut zufriedenstellend. Als zusätzlicher Vorteil war es möglich, einen Ausfall von Blinkerbirnchen und unsinnige Betriebszustände per Signalton anzuzeigen. So pfeift es jetzt, solange nach dem Einstecken des Anhänger-Steckers das Modul nicht eingeschaltet wird oder wenn es nach der Trennung vergessen wird auszuschalten.

Die Bilder zeigen
die Einbauposition des Spannungswandlers über dem linken Radkasten- ist nur an dem Dreiecksblech mittels aufgebogener Blechlaschen und Schrauben als "Kralle" eingehängt
das Schaltmodul versteckt hinter der linken Heckstrebe. Wegen der geschützten Lage habe ich auf ein Gehäuse verzichtet.
die beiden Seiten des Moduls (noch ohne Summer und Schutz der Leiterbahnen)

P1060165.JPG


P1060166.JPG


P1060160.JPG


P1060163.JPG

Hier sind unten die vier Steuerzugänge (Br., Licht, Bl., Bl.) zu sehen, oben die Abgänge für die Anhängerdose. Da die Rücklichtleitung rechts nicht mehr zur Leistungsweitergabe benötigt wird, genügt es, beide Rücklichtkanäle des Hängers gemeinsam über die Zuleitung des linken Rücklichts zu steuern. Nur der Abgriff (Verlängerung) des rechten Blinkers muss mit einem Kabel nach links geleitet werden.
Entsprechend der Dosenbeschaltung ist es bei den Abgängen ein Rücklicht-Kanal mehr.
Der 6. Kontakt links unten ist der durchgeschleifte Dauer-Plus 12V vom Konverter. Wird der nicht benötigt, versieht man ihn mit einer Gummikappe.
Bei mir liegt er am 7. Dosenkontakt und speist die 12V-Beleuchtung des Hängers für Zwischenstopps. Theoretisch wäre zB. auch eine Kühlbox denkbar, da ist die Stromversorgung vom Bellinchen aber schnell mal überfordert.

Bei voller Beleuchtung am Hänger wirken:
max. 6 * 5W Fahrlicht (Rücklicht, Positionsleuchten, Nummernschild) = 30W
Mein Hänger ist niedrig und hat keine Positionsleuchten, das Nummernschild wird vom Rücklichtbirnchen mit beleuchtet, also nur 10W
2* 18 W Bremsen = 36W, 1* Blinken 18W (es gibt auch 15W-Birnchen)
in Summe max. 84 Watt, bei 12 V also 7A.
Für Geräte im Hänger stellt der Konverter also noch 35W und mehr zur Verfügung, die Leitungsquerschnitte sind dabei zu beachten!

Minus (nur für die Elektronik nötig) kommt über die Verschraubung des Schalters, bei mir die einzige Befestigung, nötigenfalls über extra Kontaktfahne (die links seitlich beim Schalter).
Die Ansteuerung von MOSFETs ist praktisch leistungsfrei, das Modul verursacht also keine Helligkeitsverluste. Natürlich muss die Lichtmaschine die zusätzlichen Watt mit versorgen, die vom Hänger über den Konverter abgerufen werden.

Es grüßt der "Letzte Fuffziger"
Manfred
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Was ich anfange, bringe ich auch zue

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arn
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Re: 12V Anhänger an 6V Fahrzeug kein Problem

Beitragvon arn » So 24. Jul 2016, 10:32

Elegante Lösung! Da bekomme ich direkt Lust über eine Anhängerkupplung nachzudenken. Was in meiner Situation natürlich Quatsch wäre. Schade.
Arn


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