Ein paar Tage hat es gedauert, aber
hier geht es los.Ich hatte mir eines schönen Tages im Frühjahr 2011 das Michels-Buch über die Arabella besorgt.
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Darin stand zur Modellgeschichte zu lesen
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1100 ccm nur durch vergrößerte Laufbuchsen; konnte das überhaupt sein?
Also nachgerechnet, und siehst'de
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Für 1100 ccm sind also mindestens 76er Kolben notwendig. Das erscheint mir in den kleinen Gehäusen unmöglich.
73er Kolben mit genügend Kühlmantel konnten gerade noch machbar sein, für 1100 ccm bedeutet das aber 5 mm mehr erforderlichen Hub.
Die Erkenntnis war gewonnen, und damit hätte es gut sein können.
Aber sowas gärt bei mir!
Was ist denn nun gut machbar, ohne an den Köpfen etwas ändern zu müssen, war irgendwann die Frage, die sich aus meinen Hirnwindungen schälte.
Also fing ich wieder das Herumrechnen an - dank Excel ja kein Problem: Formelreihe verdoppeln, neue Werte rein, und schon ist der Vergleich da.
72 er sollten doch gehen, 72,5er vielleicht auch noch. Ein paar Zehntel Planschliff an Gehäuse und Köpfen? - Ist auch drin!
Ich schnitt Kreise aus und legte sie auf abgebaute Köpfe, um zu sehen, ob die Wasserkanäle zugängig blieben. Es wurde mit der erforderlichen Buchsenwandung schon eng, aber, wenn man auf die hubstärkere Kurbelwelle verzichtete, konnte man immerhin gut 990 ccm erreichen - +10,4% also, und gar nicht so schlecht.
Zu dem Zeitpunkt war ich immer noch weit entfernt von einer konkreten Planung, aber das Herumspielen machte Spaß. - Bis ich mal wieder beim ortsnahen Motorenbauer war, weil ich einen Satz 45-PS-Kolben prüfen und einen Rohsatz Buchsen bohren und honen lassen wollte! Jedenfalls lag gerade, wohl von einem Kunden vor mir, ein Kolbenkatalog auf dem Tresen, also warum nicht mal nachsehen, ob es im Bereich 69 bis 72 mm überhaupt Kolben gibt, die in etwa "unsere" Eckdaten haben. Resultat: Opel (C-Kadett, 70 mm) so etwa, darüber dann schon Fehlanzeige.
Ein nützlicher Zufall war es aber doch, dass sich der alte C-Kadett so lange im Katalog gehalten hatte: gab es denn nicht vielleicht irgendein anderes passendes Alt-Modell? "Wechschmeißen dunn mir gar nix" erklärte mir der Chef, verschwand kurz und legte mir einen alten maschinengetippten Katalog auf den Tisch. Nichts wie losgeblättert!
Was soll ich sagen?
Arabella Bohrung/ Kompressionshöhe/ Bolzenauge [alles in mm]: 69/35,5/18 (schwimmende Passung)
Toyota Reihenvierzylinder 1.0 l (Motortype 2K): 72/36/18 (Festsitz, also Bolzen nur 2 bis 3 Hundertstel dicker)
Anmerkung: "Kompressionshöhe" ist das (wichtige) Maß vom Kolbenauge bis zur Oberkante
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Noch dazu waren da Übermaßschritte in 0,25mm Stufung aufgeführt bis 73,0 - jetzt hatte es mich gepackt!
Allerdings waren das die Kolben der ersten Toyotas (Starlet), die es seinerzeit in Deutschland gegeben hatte. Konnte man diese "alten Dinger" denn noch wo auftreiben?
Wie zu sehen ist, standen mit der gleichen Fragestellung noch weitere Fabrikate auf der Liste, so dauerte es in Wirklichkeit Tage und Wochen im Internet, um das Erfolg versprechendste herauszufinden.
Die Herstellernr. des Kolbenkatalogs führten mich schließlich über eine DIY (do it yourself) Seite aus USA auf die Original Toyota-Nummern, von dort landete ich "schon nach nur wenigen" weiteren Recherche-Nachmittagen zuerst bei einem Versender in Australien (!), schließlich auf der Seite eines einschlägigen Japanparts-Anbieters. Beide hatten doch die Kolben wirklich noch verzeichnet - und konnten liefern!
Das war's endgültig: wenn das hinzubekommen wäre, würde ich meine mühsam ergatterten 45er Köpfe einsetzen, die unterdessen wieder abgeholten Kolben und Laufbuchsen beiseite stellen und versuchen so einen "1-l-Motor" zu realisieren. Es war natürlich sofort klar, dass Original-Zylinderbuchsen nicht hergenommen werden konnten, sondern maßlich absolut neue erstellt werden mussten.
Der zwischenzeitige Kauf eines Dethleffs Campers bestärkte mich noch in dem Wunsch, bei Hängerbetrieb etwas mehr "Dampf" zu bekommen, doch woher das Material für die Buchsen nehmen - und hatten die dann in den Gehäuse-Aufnamen überhaupt Platz?
Im nächsten Teil: Recherche nach dem richtigen Material und der lange Weg vom Kolbenfund bis zum Motorkonzept.