Himmel einziehen
Verfasst: Mo 12. Dez 2016, 17:37
Liebe Arabella-Freunde,
Ich habe das in meinem Leben noch nie gemacht. Deshalb erhebt nachfolgende Abhandlung nicht den Anspruch der Professionalität. Ich schreibe diese Zeilen nieder, weil ich im Vorfeld etliche Stunden vergeblich nach einer Anleitung zum Einbau eines Himmels mit Spriegeln gesucht habe. Ich hoffe, dass sich einige Arabella-Freunde, die diese Arbeit irgendwann mal durchführen müssen, im Vorfeld einiges an Zeit sparen, und dass die eigentliche Ausführung leichter von der Hand geht.
Das frisch lackierte Dach habe ich ca. 10 Tage durchtrocknen lassen. Im Keller baute ich eine Arbeitsfläche aus 2 Holzböcken mit zwei ca. 1,50 m langen darübergelegten Gerüstdielenstücken auf die ich zwei auf ca. 1,40 m zusammengerollte, weiche Wolldecken legte. Das Dach wurde umgedreht und mit seinen Rundungen auf die Wolldecken gelegt.
Ich habe den fertigen Himmel von Himmelservice Oppermann bezogen. Die Mitte des Tuches war vorn und hinten angezeichnet, ebenso ein Pfeil vorhanden für „vorne“. Die Spriegel sind unterschiedlich lang und dick. 5 Spriegel D = 5 mm und 2 Spriegel D = 4 mm. Da ich keinen alten Himmel hatte und mir auch die Anordnung der Spriegel unbekannt war, habe ich die Breite des Daches in den Segmentabschnitten des Tuches (von Abnäher zu Abnäher) gemessen. Das Dach wird von vorn nach hinten kontinuierlich breiter. Ich fing von vorn mit dem kürzesten Spriegel an. Nach hinten werden sie immer ein Stückchen länger. In der Mitte des Daches, links und rechts von der Dachverstärkung werden die 4 mm dicken Spriegel in die Taschen des Himmeltuches geschoben. Die Lage der Spriegel ist von vorn nach hinten bis zur Mitte mit der Wölbung nach vorn, ab der Mitte gegenläufig mit der Wölbung nach hinten.
Mit dem Spannen des Himmels habe ich mit dem Segment über der Verstärkung in der Mitte des Daches begonnen. Das Tuch seitlich gespannt, indem ich links und rechts neben den 4 mm Spriegeln den Überstand des Tuches sowohl zu mir als auch diagonal nach links und rechts relativ feste gezogen habe. Mein Sohn konnte dann mit einem weichen Bleistift die Klebefläche auf dem Tuch anzeichnen. Gleichzeitig noch zwei Begrenzungsstriche auf der zu verklebenden Blechfläche gemacht. Das Himmeltuch nach innen umgeschlagen und eine Pappe zwischen die inneren und äußeren Himmeltuchflächen gelegt, damit der Kleber nicht auf die gute Seite des Himmels gelangen konnte. Außerdem dringt der Kleber durch die Löcher des gelochten Himmeltuchs. Das kann man nach der Verklebung, bevor es durchgehärtet ist, mit Universalverdünnung wegbekommen. Beides mit Kövulfix von Kömmerling eingepinselt, ca. 20 Minuten gewartet bis beide Flächen beim Fingertest grifftrocken sind. Dann das Himmeltuch wie vorher erwähnt, diagonal gezogen und die Klebeflächen vom zweiten Mann festgedrückt.
Man sollte unbedingt den Pinsel nach jedem Kleberauftrag 3 – 4 mal in Verdünnung auswaschen und mit Papier oder Lappen abputzen, sonst ist der Pinselverbrauch entsprechend höher, da auch der Kleber am Pinsel trocknet.
Danach nach hinten weitergearbeitet, Das nächste Segment trocken gezogen, dabei überzeugt, dass es sich wirklich ohne Falten spannen lässt, und die nächste Klebefläche angezeichnet. Das Gleiche auf der rechten Seite. Kleber auf Tuch und Blech aufgetragen und wiederum 20 Minuten Ablüftzeit des Klebers vergehen lassen. Eine Seite in Segmentbreite diagonal stramm gezogen und der zweite Mann drückte die Klebeflächen zusammen. Danach die andere Seite des Segments.
So spannten und klebten wir Segment für Segment. Manchmal legen sich nach dem Ankleben wieder kleine Falten in das Tuch. Da ist es von Vorteil, dass sich der Kövulfix-Kleber im Gegensatz zu Pattex wieder ablösen und korrigieren lässt. Er bekommt trotzdem seine Endfestigkeit. Ich habe auch gelesen, dass Pattex nicht für Verklebungen von Kunstleder geeignet ist.
Bei den beiden letzten hinteren Segmenten habe ich die für die Spriegel abgenähten Taschen (wo die Spriegel durchgeschoben werden) beidseitig ca. 3 cm nach innen aufgeschnitten. Dadurch war der Übergang zwischen Tuch mit Spriegel und Tuch ohne Spriegel im Randbereich nicht so gravierend geknickt, sondern geschmeidiger und ohne Falten auf den Blechrand zulaufend zu verkleben.
Im Bereich des Heckfensters endet der Himmel ungefähr auf halber Höhe der Rundung der Seitenscheiben. Hier habe ich das Tuch ca. 6 cm senkrecht hinter der C-Säule eingeschnitten, um besser in der Rundung verkleben zu können. Den überstehenden Stoff habe ich auch 6 cm waagerecht abgeschnitten.
Die Moosgummiauflage an der oberen waagerechten Kante des Heckfensters besser nicht mit Kleber bepinseln. Da es sich hier nur sehr schwierig spannen und kleben lässt, ohne Falten zu werfen, ist mehrmaliges Abziehen des Himmelstoffs von der Klebestelle unvermeidlich. Das Moosgummi würde hierbei zerrissen.
Da durch das mehrfache Abziehen des Tuchs nur noch punktuell Klebestellen haften, ist nachpinseln mit Kleber in den anderen Bereichen angesagt.
Nach dem Spannen und Andrücken des Himmeltuches am oberen Rand der Heckscheibe schnitt mein Sohn das Himmeltuch mit 7-8 mm Überstand ab. Danach pinselte ich den Glasfalz mit Kleber ein und verklebte das Tuch nach Antrocknen des Klebers mit der Glasfalz.
Mein Sohn und ich haben mit Ablüftzeit des Klebers gute 2 x 5 Stunden gebraucht, um den Himmel einzuziehen. Die nachfolgenden Fotos zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.
Ich habe das in meinem Leben noch nie gemacht. Deshalb erhebt nachfolgende Abhandlung nicht den Anspruch der Professionalität. Ich schreibe diese Zeilen nieder, weil ich im Vorfeld etliche Stunden vergeblich nach einer Anleitung zum Einbau eines Himmels mit Spriegeln gesucht habe. Ich hoffe, dass sich einige Arabella-Freunde, die diese Arbeit irgendwann mal durchführen müssen, im Vorfeld einiges an Zeit sparen, und dass die eigentliche Ausführung leichter von der Hand geht.
Das frisch lackierte Dach habe ich ca. 10 Tage durchtrocknen lassen. Im Keller baute ich eine Arbeitsfläche aus 2 Holzböcken mit zwei ca. 1,50 m langen darübergelegten Gerüstdielenstücken auf die ich zwei auf ca. 1,40 m zusammengerollte, weiche Wolldecken legte. Das Dach wurde umgedreht und mit seinen Rundungen auf die Wolldecken gelegt.
Ich habe den fertigen Himmel von Himmelservice Oppermann bezogen. Die Mitte des Tuches war vorn und hinten angezeichnet, ebenso ein Pfeil vorhanden für „vorne“. Die Spriegel sind unterschiedlich lang und dick. 5 Spriegel D = 5 mm und 2 Spriegel D = 4 mm. Da ich keinen alten Himmel hatte und mir auch die Anordnung der Spriegel unbekannt war, habe ich die Breite des Daches in den Segmentabschnitten des Tuches (von Abnäher zu Abnäher) gemessen. Das Dach wird von vorn nach hinten kontinuierlich breiter. Ich fing von vorn mit dem kürzesten Spriegel an. Nach hinten werden sie immer ein Stückchen länger. In der Mitte des Daches, links und rechts von der Dachverstärkung werden die 4 mm dicken Spriegel in die Taschen des Himmeltuches geschoben. Die Lage der Spriegel ist von vorn nach hinten bis zur Mitte mit der Wölbung nach vorn, ab der Mitte gegenläufig mit der Wölbung nach hinten.
Mit dem Spannen des Himmels habe ich mit dem Segment über der Verstärkung in der Mitte des Daches begonnen. Das Tuch seitlich gespannt, indem ich links und rechts neben den 4 mm Spriegeln den Überstand des Tuches sowohl zu mir als auch diagonal nach links und rechts relativ feste gezogen habe. Mein Sohn konnte dann mit einem weichen Bleistift die Klebefläche auf dem Tuch anzeichnen. Gleichzeitig noch zwei Begrenzungsstriche auf der zu verklebenden Blechfläche gemacht. Das Himmeltuch nach innen umgeschlagen und eine Pappe zwischen die inneren und äußeren Himmeltuchflächen gelegt, damit der Kleber nicht auf die gute Seite des Himmels gelangen konnte. Außerdem dringt der Kleber durch die Löcher des gelochten Himmeltuchs. Das kann man nach der Verklebung, bevor es durchgehärtet ist, mit Universalverdünnung wegbekommen. Beides mit Kövulfix von Kömmerling eingepinselt, ca. 20 Minuten gewartet bis beide Flächen beim Fingertest grifftrocken sind. Dann das Himmeltuch wie vorher erwähnt, diagonal gezogen und die Klebeflächen vom zweiten Mann festgedrückt.
Man sollte unbedingt den Pinsel nach jedem Kleberauftrag 3 – 4 mal in Verdünnung auswaschen und mit Papier oder Lappen abputzen, sonst ist der Pinselverbrauch entsprechend höher, da auch der Kleber am Pinsel trocknet.
Danach nach hinten weitergearbeitet, Das nächste Segment trocken gezogen, dabei überzeugt, dass es sich wirklich ohne Falten spannen lässt, und die nächste Klebefläche angezeichnet. Das Gleiche auf der rechten Seite. Kleber auf Tuch und Blech aufgetragen und wiederum 20 Minuten Ablüftzeit des Klebers vergehen lassen. Eine Seite in Segmentbreite diagonal stramm gezogen und der zweite Mann drückte die Klebeflächen zusammen. Danach die andere Seite des Segments.
So spannten und klebten wir Segment für Segment. Manchmal legen sich nach dem Ankleben wieder kleine Falten in das Tuch. Da ist es von Vorteil, dass sich der Kövulfix-Kleber im Gegensatz zu Pattex wieder ablösen und korrigieren lässt. Er bekommt trotzdem seine Endfestigkeit. Ich habe auch gelesen, dass Pattex nicht für Verklebungen von Kunstleder geeignet ist.
Bei den beiden letzten hinteren Segmenten habe ich die für die Spriegel abgenähten Taschen (wo die Spriegel durchgeschoben werden) beidseitig ca. 3 cm nach innen aufgeschnitten. Dadurch war der Übergang zwischen Tuch mit Spriegel und Tuch ohne Spriegel im Randbereich nicht so gravierend geknickt, sondern geschmeidiger und ohne Falten auf den Blechrand zulaufend zu verkleben.
Im Bereich des Heckfensters endet der Himmel ungefähr auf halber Höhe der Rundung der Seitenscheiben. Hier habe ich das Tuch ca. 6 cm senkrecht hinter der C-Säule eingeschnitten, um besser in der Rundung verkleben zu können. Den überstehenden Stoff habe ich auch 6 cm waagerecht abgeschnitten.
Die Moosgummiauflage an der oberen waagerechten Kante des Heckfensters besser nicht mit Kleber bepinseln. Da es sich hier nur sehr schwierig spannen und kleben lässt, ohne Falten zu werfen, ist mehrmaliges Abziehen des Himmelstoffs von der Klebestelle unvermeidlich. Das Moosgummi würde hierbei zerrissen.
Da durch das mehrfache Abziehen des Tuchs nur noch punktuell Klebestellen haften, ist nachpinseln mit Kleber in den anderen Bereichen angesagt.
Nach dem Spannen und Andrücken des Himmeltuches am oberen Rand der Heckscheibe schnitt mein Sohn das Himmeltuch mit 7-8 mm Überstand ab. Danach pinselte ich den Glasfalz mit Kleber ein und verklebte das Tuch nach Antrocknen des Klebers mit der Glasfalz.
Mein Sohn und ich haben mit Ablüftzeit des Klebers gute 2 x 5 Stunden gebraucht, um den Himmel einzuziehen. Die nachfolgenden Fotos zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.
