zusammen mit dem Radlagerwechsel wollte ich das Problem schlagender Antriebswellen wenigstens für eine Zeit gleich mit beheben.
Alte Wellen: keine Erscheinungen im unteren Geschwindigkeitsbereich, auch kein Rubbeln beim Anfahren, alles gleichmäßig.
Ab einer Geschwindigkeit von ursprünglich etwa 105, zuletzt bei Strich 90 ein Schlagen der Wellen mit Geräuschen und Vibrationen am Lenkrad.
Also frisch die Wellen mit ausgebaut und überprüft, Luft zwischen den Glenkflächen beim Verdrehen zwischen rechtem und linkem Anliegen so bei 0,5mm, kurze Bolzen zwischen den beiden Zangen mit deutlichem Spiel.
Das Reparaturbuch nennt ein Spiel von 0,5mm als Grenze und fordert die Erneuerung bei spürbarem Spiel der Bolzen.
Also Tausch.
Dank Vorbesitzern und eigener Sammelwut fanden sich noch Gelenke ohne Bolzenspiel und mit fast nicht messbar aufgeweiteten "Fenstern" für die Halbwellen.
"Toll!" dachte ich.
Die Vermessung der Antriebswellen erbrachte bei zwei Löffeln einen Abtrag von 12/100 und an den Gabeln von ebenfalls 12 bzw 18/100.
"Toll!" dachte ich.
Achsstummel fanden sich ebenfalls in diesem Toleranzbereich. Spiel zwischen der Kugel an deren Spitze und den Wangen der Antriebswellen-Gabel führt bei Bewegung zum Ausweichen der beiden Wellenachsen und "Verkippen" des ganzen Zangengelenks. Es erschien mir mit etwa 2/10 ebenfalls vertretbar (alte Wellen ca. 4/100).
"Toll," dachte ich wieder, "alle Toleranzen im "grünen Bereich!"
Also Wellen eingebaut, Teil-Fettfüllung vorneweg, Manschetten gepfriemelt, mit Fettpresse nachgefüllt.
Altes und neues Spiel der Räder mit eingelegtem Gang verglichen:
äußere Striche = Spiel mit alten Wellen, von links zum mittleren Strich = Spiel mit getauschten Wellen
"Alles wird gut!"
Dann die erste längere Probefahrt über ca. 200 km
Das Auto lässt sich prinzipiell wieder problemlos bis über 120 beschleunigen, ohne dass die Wellen schlagen.
Toll? Nein!
Bei jedem kräftigen Beschleunigen sofort aus dem Stand heraus und bei Geschwindigkeiten so bis 35, 40 km/h ist ein Schwänzeln des Lenkrads festzustellen. Beim Anfahren oder Beschleunigen an deutlichen Steigungen so stark, das es sich kaum unterdrücken lässt.
Bei höheren Geschwindigkeiten geht die Erscheinung in ein Rattern mit kurzen harten Vibrationen in der Lenkung über, wieder umso deutlicher, je mehr Gas gegeben wird.
Ich denke, hier kommt die Lenkung beim Ausgleich einer irgendwo ablaufenden nicht vorgesehenen Bewegung einfach nicht mehr mit, und diese Bewegung macht sich jetzt (anders) an ihrem Ursprung bemerkbar.
Alles ist sauber montiert und versplintet. Was könnte ich übersehen haben?
Welche Ansätze zur Lösung des Problems könnt Ihr nennen oder wenigstens vermuten?
Ich äußere hier bewusst zunächst keine eigenen Theorien, um Euren Ideenreichtum nicht einzuschränken. Also?
Gleich vorneweg: die Anschaffung von Wellen mit homokinetischen Gelenken betrachte ich nicht als Lösung im Sinne der Aufgabenstellung,
sie ist erst für den zweiten Durchgang n a c h Aufbrauchen des vorhandenen guten Materials geplant!
In Hoffnung, dass eine Lösung des Problems doch möglich ist
Manfred